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„Die Goldäcker“ bei Kirchlotheim

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Die Flurbezeichnung „Goldacker“ erinnert bei Kirchlotheim an die Goldsuche entlang der Eder.

Der Lockruf des Goldes führte in den vergangenen Jahrhunderten viele Menschen an den Fluss. Aus Aufzeichnungen sind Goldwäschereien bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts bekannt. Im Bereich der Eder bei Frankenberg soll es sogar in der Zeit Karls des Großen (742-814) schon Goldwäschen gegeben haben. Die Kasseler „ Hessisch-Waldeckische Compagnie zur Gewinnung des Goldes aus dem Edder-Flussgebiete“ galt im 19. Jahrhundert sogar als größte Goldwäscherei Europas. Insgesamt dürfte die Gesamtmenge des zu allen Zeiten aus der Eder gewonnenen Goldes aber 20 kg kaum überschritten haben. 1860 wurden daher die letzten kommerziellen Goldwascharbeiten an der Eder eingestellt.

Woher stammt das Gold?

Das Gold der Eder stammt aus Gesteinsschichten des Rheinischen Schiefergebirges, wo es vor rund 340 Millionen Jahren durch chemische Reaktionen in Meeressedimenten eingelagert wurde. Diese Ablagerungen wurden durch gebirgsbildende Kräfte verfestigt und verfaltet und sind heute im Schiefergebirge als goldhaltige „Schwarzschiefer“ anzutreffen. Durch Verwitterungsprozesse wurden die Gesteinsschichten im Laufe der Jahrmillionen abgetragen und durch Bäche und Flüsse wegtransportiert. Das im Gestein enthaltene Gold wurde dabei herausgelöst und im Sediment der Flüsse und Bäche angereichert, wo man es an günstigen Stellen auswaschen kann. Im Bereich des Schiefergebirges sind nahezu alle Fließgewässer goldführend. In der Eder befindet sich das Gold in kleinsten Körnchen und Plättchen, die in der Regel eine Größe von 0,5 bis 1,0 cm nicht überschreiten. Ein einzelner Goldwäscher konnte in früheren Jahrhunderten jährlich ca. 70 bis 90 Gramm Gold aus der Eder gewinnen. Die bedeutendste Goldlagerstätte des Rheinischen Schiefergebirges befand sich am „Eisenberg“ bei Korbach, wo über Jahrhunderte hinweg rund 1,2 Tonnen Gold im Untertagebau gewonnen wurden. Das Goldvorkommen im Eisenberg gilt als Primärlagerstätte des Edergoldes. Alle Bäche, die aus dem Einzugsbereich des „Eisenbergs“ entwässern, enthalten sogenanntes „Seifengold“.

Wie wurde das Gold gewaschen?

Die traditionelle Einrichtung zum Goldwaschen bestand aus einer leicht geneigten Rinne, die mit Tierfellen oder rauen Wolltüchern bespannt war. Das goldhaltige Sediment wurde mit reichlich Wasser über die Rinne gespült. Dabei blieben die Goldflitter in den Fellen bzw. Tüchern hängen. Die Tücher wurden in Bottichen dann so lange ausgewaschen, bis am Boden des Bottichs ein mit Gold angereicherter „Schlick“ zurückblieb. Dies war eine mühselige Arbeit, die in früheren Zeiten oft von Strafgefangenen verrichtet wurde.

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