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Kirche Fischelbach und Kapelle Hesselbach

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Die Pfarrei Fischelbach liegt an der Südostgrenze des Altkreises Wittgenstein, fast ganz im Gebiet der oberen Banfe und umfasst die Gemeinde Fischelbach mit der Bauernschaft Sohl, die Gemeinden Hesselbach und Bernshausen und den zum ehem. Fürstlichen Gutsbezirk gehörigen Hof Ditzrod und dem einstigen Zechenhaus Gonderbach. Fischelbach und Hesselbach weisen denselben Gleichklang auf, den wir zufällig auch bei den Namen anderer nahe beieinander liegender Wittgensteiner Orte, nämlich Rinthe und Balde, Rückershausen und Rüppershausen, Birkelbach und Birkefehl finden. Sie lauten in älterer Form (1307) Visselenbach und Hesselenbach. Es kommt in noch älterer Form in den vom Mönch Eberhard verfassten Inhaltsangaben der Fulder Schenkungsurkunden vor. Dort ist zu lesen: Dankbracht trad .sco. Bon. Predia sua in Hesilenbach ubi plumbum operari potest.. in regione Hessorum . in pago Bernuffe. Übersetzung: Dankbracht überliefert seine Güter (Höfe) in Hesselbach, wo Blei abgebaut werden kann, im Bezirk der Hessen und im Gau des Perftales, dem Kloster Fulda. Dass mit Hesilenbah nur der Wittgensteiner Ort Hesselbach gemeint sein kann, wird noch dadurch bestätigt, dass der eben erwähnte, also sehr alte Bergbau auf Blei- und Silbererz noch bis Ende 1936 dort betrieben wurde. Diese Erwähnung von Hesilenbah ist um das Jahr 800 einzuordnen.Die Gemeinde Bernshausen ist auf jeden Fall viel jünger, denn sowohl der Name, eine Zusammensetzung mit dem altdeutschen Beren oder Bern, als auch die geringe Gemarkung (89 ha) sprechen dafür, dass es zu den jüngsten unter den Orten mit der Endung „Hausen“gehört. Der Name Bernshausen tritt erstmals um 1230 mit einem Konrad von Bernshausen auf, der Zeuge in einem Vertrag ist. Das zur Gemeinde Fischelbach gehörige Sohl hat schon wegen seiner Entstehung als Canon-Siedlung ein sehr geringes Alter, was auch durch Lage und Namen bestätigt wird. Letzterer ist ein für sumpfige Stellen in Mundarten vorkommendes Wort. Der ehemalige Hof Ditzrod, 1307 Ditesroide, ist auffallender Weise im Altkreis Wittgenstein der einzige Ort mit der sonst so häufigen Endung rot, welche denselben als eine der späten mittelalterlichen Gründungen kennzeichnet.Im Kirchspiel Fischelbach ist die Landesherrschaft der Wittgensteiner Grafen später begründet worden, denn erst im Jahre 1307 erwarben die Grafen Widekind III. und Werner von den Herren von Breidenbach neben den Orten Puderbach und Niederlaasphe auch Fischelbach, Hesselbach und Ditzrod. Sie gehörten zu den kleinen, hauptsächlich den Breidenbacher Grund umfassenden Gau Pernaffe. Es ist also anzunehmen, dass sie, der früheren politischen Einteilung entsprechend, zum Kirchspiel Breidenbach gehörten. Sehr zweifelhaft ist dies dagegen in Bezug auf Bernshausen. Weil dieser Ort nach Banfe begrub, ist eine frühere Zugehörigkeit zu Feudingen wahrscheinlicher. Vielleicht war die kirchliche Trennung von Breidenbach, also die Bildung eines Kirchspiels Fischelbach, erst die Folge der politischen Abzweigung nach Wittgenstein. Eine Kirche zu Fischelbach kommt schon 1309 vor; denn in diesem Jahre bedenkt ein Mitglied der Familie Curtt vom Bernshäuser Hof die Kirche zu Fischelbach mit einem Gulden. Das Haus Ewald Blecher in Bernshausen, Battenbachweg 2, trägt heute noch den Hausnamen Curtt’s.Aus dem Jahre 1472 ist der Name eines Pfarrers in Fischelbach bekannt: Johann Anleder tritt in dieser Zeit in einer Urkunde als Zeuge auf. Besonders zu erwähnen ist später Pfarrer Philipp Samuel Rosa (geb. 1702, gest. nach 1766), ein tatkräftiger, selbstbewusster, allerdings unsteter Mann, der sich mit dem Wittgenstein’schen Landesherren anlegte. Aus diesem Grunde wurde er 1732 von Laasphe nach Fischelbach versetzt. Hier fand er eine baufällige Kirche vor und begann sofort, sich um einen Neubau zu kümmern. Er ordnete die zum Kirchspiel gehörigen Güter und Finanzen und ging auf die damals üblichen Kollektenreisen, um für den Kirchenbau Geld zu sammeln. Die Quittungsbücher dieser Bittfahrten sind zum Teil noch erhalten. Von der Kollektenreise im Jahre 1734 kehrte Pfarrer Rosa allerdings nicht zurück; er blieb in Köthen. Die Repressalien, die nun gegen seine in Fischelbach verbliebene Familie erfolgten, veranlassten sie zur Flucht. Diese Ereignisse hat Rosa’s Tochter Angelika später in einem sehr phantasievollen Briefroman dargestellt. Der von Pfarrer Rosa eingeleitete Kirchenneubau war ein Gebäude, dessen schmales Schiff in gleicher Breite das unterste, vom Vorgängerbau noch bestehende Geschoss des Turmes mit einbezog. Der Barockzeit entsprechend wurde der Turmhelm dreistufig gestaltet.1959/60 wurde die Kirche abermals renoviert und erweitert. Der charakteristische Turm blieb dabei unangetastet, wie überhaupt die Erweiterung mit größter Vorsicht ausgeführt wurde. Das anschließende Schiff wurde um rund sieben Meter verbreitert, so dass Platz für über 200 Personen entstand. Die Umgestaltung wirkt sich insgesamt positiv auf den Baukörper aus, der nun sehr viel harmonischer erscheint. Das Orgelgehäuse in der Fischelbacher Kirche ist das zweitälteste Wittgensteins und stammt aus dem Jahre 1850. Im Jahre 1961 wurde von Hans Dentler aus Siegen eine neue Orgel in das alte Gehäuse von 1850 eingepasst, in dem zuvor bereits zwei ältere Orgeln eingebaut waren. Die Glocke der Fischelbacher Kirche hat folgende Inschrift: Anno 1681 haben die fischelbacher ihr hochgräflichen gnade von witgenstein sein unterdanen mich giesen lasen. Die Glocke hat einen Druchmesser von 0,81 m. Bei den letzten Umbauarbeiten fand man im Turm eingemauert die Büste des Hl. Stephanus, dem Schutzpatron der Bergleute, denn bis 1936 wurde in Fischelbach und Hesselbach Bergbau auf Blei- Kupfer- und Silbererz betrieben. Die zur Kirchengemeinde Fischelbach gehörige Kapelle in Hesselbach wurde wahrscheinlich zwischen 1558 und 1598 erbaut. Dieser einschiffige schlichte Renaissancebau, der lediglich die Maße von 10 x 6 Metern aufwies, wurde 1966/67 durch einen Querbau im Ostteil erweitert und umgestaltet.Der Kirchengemeinde Hesselbach wurde 1954 die Kanzel aus der Kapelle auf Schloss Wittgenstein geschenkt. Der Turm der Kirche Fischelbach und die Kapelle Hesselbach wurden am 20.01.1987 in die Denkmalliste der Stadt Bad Laasphe eingetragen.Quelle Text und Foto: Kalender 'Denkmal des Monats 2007“ (Dezember) der Arbeitsgruppe Historische Stadtkerne in NRW – Regionalgruppe Südliches Westfalen (www.historische-stadtkerne-nrw.de)

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