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Klosterruine Ober Werbe

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Die Klosterruine Ober-Werbe war früher ein Zisterzienserinnenkloster und liegt hoch auf dem Berg mit schönem Blick über den Ort. Eine Tafel informiert über die Geschichte.

Der Ort wird erstmals 1124 als Werbe erwähnt und ist eng mit dem Kloster des Ortes verbunden. Zwischen 1590 und 1970 war er in zwei Orte (Ober-Werbe und Oberwerba) geteilt. Ober-Werbe gehörte in den Einflussbereich der Waldecker Grafen, der Ort Oberwerba hingegen gehörte einst zur Herrschaft Itter und lag in diesen 380 Jahren auf dem Gebiet der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Die natürliche Grenze war die Werbe. Oberwerba kam am 31. Dezember 1970 zu Ober-Werbe

Das Kloster Werbe soll bereits 1038 bestanden haben. Die ersten urkundlichen Erwähnungen finden sich jedoch erst in den Jahren 1124/1125, als Papst Honorius II. das der Heiligen Maria und Petrus geweihte Kloster in seinen Schutz nahm. Anfangs war das Kloster ein Benediktiner-Mönchskonvent. 1155 übergab Papst Hadrian IV. Ober-Werbe dem Kloster Corvey. Spätestens ab 1207 war es dann ein Benediktinerinnen-Kloster. 1494 wurden Nonnen aus dem Kloster Vinnenberg bei Warendorf nach Werbe gesandt, um dort die Klosterreform nach den Regeln der Bursfelder Kongregation durchzusetzen.[1]

Nach Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck 1525/1526 hob Graf Philipp IV. von Waldeck-Wildungen das Kloster 1537 auf, und die Insassen wurden abgefunden. Die letzte Äbtissin heiratete 1535 den ersten evangelischen Pfarrer in Ober-Werbe, den Prädikanten Kaspar Jäger.[2] Graf Philipp verkaufte die gesamte Anlage, das sogenannte „Haus Werbe“, mit allem Zubehör, Zehnten, Gefällen und Mühlen am 5. Mai 1553 für 3800 Goldgulden und 1200 Joachimsthaler an Wilhelm Wolff von Gudenberg, der dabei auch die Pflicht übernahm, die vier noch ansässigen Klosterpersonen zu verpflegen und die Pfarre zu besetzen.[3] Als Wilhelm Wolff von Gudenberg jedoch schon wenige Monate später verstarb, verpfändete seine Witwe Margarete am 29. September 1553 das Haus Werbe an Samuel von Waldeck, Sohn des Grafen Philipp IV.[4] Im Jahr 1564 erwarb der landgräflich-hessische Rat Simon Bing pfandweise das Haus Werbe mit allem Zubehör. Fünf Jahre später, am 1. Mai 1569, trat er es nach Einlösung des Pfands wieder an Graf Philipp IV. von Waldeck-Wildungen ab. Seine Enkelin Margarete, Tochter Samuels von Waldeck, stürzte 1575 von dem schroffen Felsen in den Tod. Von 1578 an war das ehemalige Kloster eine gräfliche Meierei, die 1640 ins Tal verlegt wurde.

Ehemalige Klosterkirche

Nach dem Dreißigjährigen Krieg begann ein allmählicher Verfall, und die meisten Klostergebäude wurden schließlich abgerissen oder als Baumaterial für neue Bauten im Dorf genutzt.

Adresse

Bürger- und Tourismusbüro Stadt Waldeck

Sachsenhäuser Straße 10 a

34513 Waldeck

Telefon: +49(0) 5623 973782

tourismus@waldeck.de

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